A-Wurf
Wurftag: 22.11.2005
Izoard des Pres Bavarois & Bassia du Haut des Monts
We proudly present:
Nachfolgend gewähren wir Ihnen Einblicke
in die Wurfkiste unseres 1. Wurfes:
Welpenentwicklung A-Wurf – 1. Woche:
22.11. – 28.11.2005
In dieser ersten Woche, der sog. vegetativen Lebensphase unserer Welpen, ist noch nicht so viel Aufregendes passiert. Schlafen, saugen, schlafen, saugen, das ist der ständige Wechsel, in dem unsere Welpen leben. Und immer wieder ein leichter Stups von Mutters Nasenspitze, man fällt auf den Rücken und wird ausführlich geleckt. Die mütterliche Zunge säubert und massiert, löst ganz nebenbei Urin und Kot, beseitigt alles, dann geht es wieder ran an die Zitze, bis der kleine Kerl erneut in Schlaf fällt.
Welpenentwicklung A-Wurf – 2. Woche:
(29.11. – 05.12.2005)
In dieser zweiten Lebenswoche unserer Welpen merkt man deutlich, daß sie nun immer aktiver werden. Noch bestimmt der Rhythmus – saugen – schlafen – saugen – schlafen – den Tagesablauf. Aber es gibt auch schon aktivere Phasen, in denen der eigene Bewegungsapparat getestet wird. Die kleinen Hundekinder lernen laufen. Sie stemmen sich hoch und schaffen es tatsächlich sich ein paar wackelige Schritte auf den Beinen zu halten, um kurz darauf ermüdet niederzuplumpsen. Zum Glück sind die Beine noch kurz, der Bauch dafür um so runder, so ist der Fall gering und gut gefedert. Auf geht’s zum nächsten Versuch.
Aaron setzt dem Ganzen die Krone auf und unternimmt in diesem zarten Alter von nicht mahl ganz zwei Wochen den ersten Ausbruchversuch aus der Welpenkiste. Er überklettert sage und schreibe 15cm Höhe und plumpst die auf der anderen Seite auch wieder zu Boden. Vielleicht hat er ja etwas daraus gelernt? Wir haben auf jeden Fall gehandelt und den Eingang auf 20cm erhöht. Das schafft selbst Aaron nicht.
Etwas sehr Aufregendes ist in dieser zweiten Woche geschehen:
Die Augen haben sich geöffnet. Zuerst nur am inneren Winkel zu sehen – ein kleiner Schimmer, eine Lichtspiegelung… dann immer mehr, bis ein Schlitz zu sehen ist. Schließlich kann man die blauen, noch recht trüben Äuglein sehen. Was die Welpen sehen, bleibt vorerst noch ein Geheimnis. Man sagt, daß sie in diesem Stadium nur verschwommen wahrnehmen können. Und wenn man in diese trüben Augen blickt, dann scheint das auch zu stimmen. Die Augen werden tagtäglich klarer, der Blick bleibt aber noch sehr in die Tiefe gerichtet, es kann noch kein Blickkontakt zustande kommen. Das Blau der Augen bleibt vorerst noch bestehen.
Die Köpfe und Körper der Welpen verformen sich und sie nehmen immer mehr die Gestalt eines richtigen kleinen Hundes an. Es werden wirkliche kleine Lebewesen und bestehen nicht mehr nur aus einem riesengroßen Maul zum Saugen. Sie bekommen ein “Gesicht”, was natürlich auch durch die nun geöffneten Augen verstärkt wird. Imposant auch das Gewicht, das hat jetzt bald die 1kg-Grenze erreicht, die Welpen haben ihr Geburtsgewicht also verdreifacht – und das allein mit Muttermilch.
Und der Besuch unseres Tierarztes bestätigt, was wir natürlich schon längst wußten:
Mutter und Kinder wohlauf und in sehr guter Verfassung.
Welpenentwicklung A-Wurf -
3. Woche (Übergangsphase):
06.12. – 12.12.2005
Die Entwicklung der Welpen schreitet nun mit Riesenschritten voran!
Einige Tage nach dem Öffnen der Augen haben sich auch die Ohren geöffnet. Noch eine kaum wahrnehmbare Veränderung, doch kann man schon zeitweilig feststellen, daß die Welpen auf Geräusche reagieren und auch gezielt auf die Geräuschquelle zusteuern. Auch zeichnen sich die ersten Zähne im Maul der Welpen ab, sind jedoch noch nicht durchgebrochen. Und die kleinen Hundenasen beginnen so langsam auch, auf Entdeckungstour zu gehen.
Mit dieser nun 3. Lebenswoche befinden sich die Welpen in der für sie wichtigen Übergangsphase. Sie sind jetzt in einem Zwischenstadium, in dem ihre Sinne vollends erwachen, sich entfalten, in der Vorbereitung für das künftige Sozialleben unserer Haushunde. Diese Lebensphase wird von Verhaltensforschern beschrieben als “verhältnismäßig schneller Übergang vom reinen, völlig selbstbezogenen Saug- und Schlafstadium, hin zum aktiven Entdecken der engeren Umwelt und zur ersten Aufnahme von Kontakten mit den Geschwistern, der erste Keim zu dem so vielschichtigen Sozialverhalten des erwachsenen Hundes” (E. Trumler).
Da wir die Unzufriedenheit unseres Trios förmlich spüren konnten, haben wir reagiert und den Welpenauslauf aufgebaut. D.h., die Klappe zur Welpenkiste ist geöffnet und sie dürfen heraus um die nähere Umgebung zu erkunden. Da liegen dann schon mal verschiedene Untergründe, Decken, Handtücher, Zeitungen oder der gummierte Untergrund, unser Hauselch (Marke IKEA) und noch zwei weiche Hundekörbchen.
Hört sich viel an – ist auch viel. Wir haben unsere Sofaecke komplett ausgeräumt um für diese Zeit ausreichend Platz für unsere Hundekinder zu schaffen. Hier wird nach und nach ein richtiger Spielplatz entstehen…
Wir können jetzt bereits erkennen, welchen Untergrund die Welpen für die Versäuberung bevorzugen, so daß wir später diesen dann vermehrt hierfür einsetzen und an eine entsprechende Stelle des Auslaufs verlegen können – ein erster Grundstein in der Sauberkeitserziehung.
Bisher nimmt uns Bassia noch die meiste Arbeit ab, sie säubert die Welpen sehr ausgiebig, so daß kaum einmal eine nasse Stelle im Auslauf zu finden ist – brave Mutti.
Jetzt war auch der Zeitpunkt der ersten Entwurmung von Welpen und Mutter da, was überhaupt keine Probleme brachte. Die Wurmpaste wurde in die Mäulchen gegeben und die Kleinen haben eifrig geschleckt – auch wieder eine neue Erfahrung.
Und erste Besuche durften auch schon kommen – die künftigen Besitzer von zwei unserer Welpen haben schon Knuddelbesuch abgehalten. Bassia nahm’s gelassen und hat sich ihre Streicheleinheiten dabei auch gleich abgeholt. Sie ist kein bisschen eifersüchtig und hat vollstes Vertrauen in uns. Demonstrativ säugt sie ihre Kleinen auch vor den Besuchern.
Und am letzten Tag dieser Übergangsphase haben wir miterlebt, daß die Welpen nun schon wirklich miteinander spielen. Ein gezieltes aufeinander zugehen, rangeln, sich mit geöffneten Mäulern begegnen (ich mag es noch nicht beißen nennen, schließlich haben sie noch immer keine Zähne).
Welpenentwicklung A-Wurf -
4. Woche (Prägungsphase):
13.12. – 19.12.2005
Die Zähne sind durchgebrochen!
Gleich am Anfang dieser 4. Woche konnten wir erst die oberen Zahnreihen spüren, kurz darauf dann auch die unteren. Jetzt wird es also Ernst! Zum Einen wird nach und nach feste Nahrung eingeführt. Naja, so fest am Anfang noch nicht – zuerst gibt es feines Rindertartar aus der Hand. Das wird über längere Zeit beibehalten, um eine innige Beziehung zum Menschen aufzubauen und zu festigen. Dann gab es einige Tage später als zweite “feste” Nahrung einen Brei aus Welpenfutter. In guter gekochter Brühe eingeweichtes Welpenfertigfutter, angereichert mit ein paar Tropfen wertvollem Öl. Ab und zu ein Eigelb dazu, oder mal Quark, oder Hüttenkäse, oder auch geriebener Apfel, oder zerquetschte Banane, ein paar getrocknete Kräuter, usw. Die Welpen sollen so nach und nach an diese versch. Geschmacksvarianten gewöhnt werden. Und auch der kleine Welpenmagen hat dann Zeit sich umzustellen.
Als dritte neue Nahrung gibt es dann noch den leckeren und beliebten Milchbrei. Flocken in frischer Kuhmilch eingeweicht. Oder auch mal statt Milch – Joghurt mit Wasser vermischt – und auch dazu können div. Zusätze
gerne kombiniert werden. Dazu gibt es noch ein Löffelchen Honig hinein – einfach lecker!!!
Aber auch das Fressen aus der Schüssel muß erst mal gelernt sein. Das dauert schon ein paar Tage. Der eine begreift es gleich, der andere braucht etwas länger.
Zum Anderen sind jetzt auch die Bewegungen der kleinen Hundekinder schon wesentlich besser koordiniert. Sie spielen miteinander – auch mal aggressiv. Üben “totschütteln”, testen mit den nadelspitzen Zähnen wie weit sie gehen können bis ein Schmerzensschrei folgt. Wir werden auch schon angeknurrt und ab und zu auch mal angebellt. Noch finden wir das lustig…
Zu Beginn der Prägungszeit gibt es immer mal wieder neue Spielsachen in den Welpenauslauf. Neue Utensilien um sich reinzukuscheln. Oder auch etwas Neues auf dem Boden – Tannenzweige, Heu, knisternde Plastiksäcke. Es wird im Welpenauslauf gesaugt und die Rolläden werden hoch und runtergelassen.
Und: da gibt es auch noch andere Tiere…
Es soll gar nicht allzu aufregend sein – für die Welpen soll es ein normaler Umgang werden und eine normale Geräuschkulisse. Nichts, um dadurch aus der Ruhe gebracht zu werden. Wichtig auch, daß die Erkundung auf freiwilliger Basis geschieht. Auch da gibt es den mutigen und den etwas vorsichtigeren Welpen. Wir haben auch schon mal kurz die kleinen Näschen frische Luft schnuppern lassen – aber da waren sie nicht so sehr begeistert. Der Wechsel vom beheizten Wohnzimmer hinaus in die kalte Winterluft ist momentan natürlich schon sehr krass. Wobei sie schon einen richtig dicken Pelz entwickelt haben und eigentlich nicht frieren dürften. Es ist eher ungewohnt und dadurch schon noch beängstigend. Wir werden das langsam steigern.
Welpenentwicklung A-Wurf
5. Woche (Prägungsphase)
20.12. – 26.12.2005
“Was Hänschen nicht lernt – lernt Hans nimmermehr”
Getreu diesem Motto werden jetzt alle Reserven im Hause Medinger mobilisiert! Das Wohnzimmer wird zum erweiterten Welpenauslauf mit Kriechtunnel. Immer wieder kommt ein krachmachendes Ungetüm, das fauchend zwischen den Welpen für “zumindest aufmerksame” Beäugung sorgt (nebenher säubert es auch noch den Boden). Ein hausinterner Ausflug ins Bad sorgte für Bekanntschaft mit dem Element Wasser in Form eines kleinen Springbrunnens (wir haben die Handbrause verkehrt auf den Boden gelegt). Autofahrten sind bereits Routine und wurden ohne Proteste oder sonstige Mißgeschicke akzeptiert. Erst – raus aus der Garage, rein in die Garage -, dann eine kurze Fahrt um den Block, dann schon etwas länger und auch holpriger, usw. Dann wurde auch unser etwas entfernt liegender Garten als Ausflugsziel mit einbezogen. Unsere Welpen sind schon sehr gut auf den Menschen geprägt – sie laufen nicht nur ihrer Hundemutter hinterher, sondern auch den menschlichen Gehapparaten. Wir müssen ständig aufpassen, daß wir sie nicht
versehentlich treten. Große Schritte sind tabu! Der Garten ist nun fest in Welpenhand. Gitterrost, Holzpalette, Röhren, Baumwurzeln, Äste mit
raschelndem Laub, Kinderfahrzeuge, Bällebad, knisternde Folien – gilt es nach und nach zu erkunden und erobern. Noch ist der Radius eingeschränkt, sie bleiben in relativer Nähe der Terrassentür und trauen sich noch nicht um die Ecke in den hinteren Gartenteil zu laufen. Aber wir merken nun mit jedem Tag Fortschritte und der Erforscherdrang unseres Trios kennt keine Grenzen.
Heute, am letzten Tag der 5. Woche, hat unsere ruhige Abbey als Erste die Katzenklappe entdeckt und nach einigen erfolglosen Versuchen war sie plötzlich draußen. Diesen Weg gehen sie nun alle zielstrebig, sobald wir sie
ins Wohnzimmer lassen. Dann erledigen sie auch als erstes ihr “Geschäft” im Gras, wofür sie ausgiebig gelobt werden.
Die Spiele der Welpen untereinander und auch mit uns werden rabiater. Sie knurren wild beim Raufen, teilweise kann man das Spiel schon von scheinbarem Ernst unterscheiden. Sie testen, wie fest sie beißen können – das kann schon ganz schön weh tun! Teilweise werden wir – wie auch die Wurfgeschwister – richtig angesprungen.
Die Hauptnahrung der Welpen besteht nun fast ausschließlich aus “fester” Nahrung. Sie bekommen morgens und mittags ihren Milchbrei, nachmittags ihren Welpenfutterbrei und abends Fleisch, wobei sie Letzteres am meisten lieben – da sieht man mal wieder, daß der Hund eben doch ein Fleischfresser ist!
Bassia genießt das Säugen der Welpen nicht mehr sonderlich. Wenn man dabei zuschaut, kann man es auch verstehen. Meistens läßt sie es im Stehen “über sich ergehen”, dann kann sie einfach weglaufen, wenn es ihr zu bunt wird.
Nach und nach wird aus der Mutter die Spielgefährtin und Erzieherin – das ist schön zu beobachten.
Welpenentwicklung A-Wurf -
6. Woche (Prägungsphase):
27.12.2005 – 02.01.2006
Die Welpen werden jetzt immer mutiger. Die letzten Tage hat es stark geschneit und der Garten hat sich in ein weißes Meer verwandelt. Von unseren Geräten und Aufbauten ist nicht mehr viel zu sehen. Das müssen die drei erst mal verkraften und sich etwas aus der Ferne anschauen. Außerdem ist es sehr kalt und der Wechsel von Drinnen nach Draußen ist auch für uns warm eingepackte Menschen nicht immer angenehm. Wenn wir jedoch mit gutem Beispiel vorangehen, folgt uns die Hundeschar sogleich. Also heißt es auch für uns: raus in die Kälte! Um auch Drinnen für Abwechslung zu sorgen, holen wir immer wieder etwas anderes herein. Eine raschelnde Folie liegt mitten im Wohnzimmer. Jeder läuft drüber, auch Bassia. Dieses Geräusch kann also nicht mehr schockieren! Ab und zu schnappt sich einer von uns (meißtens ich) das Tambourin mit dem Schellenband und trommelt und rasselt damit tanzend durch Welpenschar. Mehr als ein kurzes Aufschauen habe ich jedoch selten erreicht – vielleicht liegt es aber auch an meinen mangelhaften Tanz- und Trommelkünsten. Macht aber Spaß – kann ich nur empfehlen!
Wir haben auch schon unsere Tochter Alica mit den Welpen zum Reiten begleitet! Dort konnten sie dann in der schützenden Hundebox die Pferde begutachten. Nebenan auf einer Weide waren auch Schafe, die wir angeschaut haben. Dann ging es noch spazieren auf einer großen Wiese und kurze Zeit später, als alle wieder in der Box waren, sind sie auch schon erschöpft in Tiefschlaf gefallen, von dem sie erst nach 3 Stunden wieder erwacht sind.
Es gibt aber auch Momente in denen man merkt, daß prägende Geräusche immer und immer wieder gezeigt werden müssen, damit sie wirklich sinnvoll prägen können. Was noch vor ein paar Tagen völlig ignoriert wurde, kann heute schon erschreckend wirken. Daran merkt man deutlich die ständige
Weiterentwicklung der Sinne. Viele Dinge können sie noch gar nicht aufnehmen und deshalb wird es auch im weiteren Lebensverlauf immer wieder Dinge geben, die die Welpen schon kennen müssten, die sie aber wieder erneut zaudern lassen. Dort gilt es dann, weiter positiv prägend einzuwirken.
Das trifft auch auf Silvester zu!
Wer kennt nicht mindestens einen Hund, der an Silvester total verängstigt ist, sobald die ersten Knaller losgehen? Unsere Welpen haben die Knallerei verschlafen! Und das, obwohl ich die Terrassentür offen hatte. Jeden einzelnen habe ich kurz auf den Arm genommen und bin mit ihm an die geöffnete Tür gelaufen. Müde Blicke waren das einzige, was ich an Reaktion erkennen konnte. Aber ich bin sicher, im nächsten Jahr werden bei diesem Ereignis doch auch andere Reaktionen auftauchen.
Die Katzenklappe erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Welpen springen regelrecht hindurch und machen sich einen Spaß damit, Bruder oder Schwester den Weg zu versperren. Das selbständige rein- und rausgehen hilft auch bei der Sauberkeitserziehung. Wann immer es die Dringlichkeit erlaubt, gehen die Welpen nun wirklich nach draußen, um ihr Geschäft zu erledigen.
Zeitungen brauchen wir fast keine mehr im Welpenauslauf! Dort erfüllt unser Heubett auch seinen Zweck als Hundeklo.
Auf jeden Fall hatten wir alle einen guten Start ins neue Jahr und wir wünschen allen Freunden, Bekannten und Verwandten auf diesem Weg ein glückliches, zufriedenes und erfolgreiches Jahr 2006!
Welpenentwicklung A-Wurf -
7. Woche (Prägungsphase)
03.01. – 09.01.2006
Unsere drei Hundekinder schaffen es jeden Tag aufs Neue sich zu steigern. Immer wieder entdecken sie ihre Umwelt neu oder anders. Sobald sich etwas verändert, stapfen sie mutig und ohne zu zögern drauflos. Ob es eine Veränderung im Garten ist, ein anderer Untergrund oder auch einfach die unglaubliche Flut von Besuchern. Immer sind sie zielstrebig an Ort und Stelle um alles Neue zu begrüßen und zu untersuchen. Vor allem Menschen werden sofort in Beschlag genommen, ohne jegliche Vorbehalte wild bestürmt und abgeschleckt oder auch im wilden Spiel gekniffen. Man muß schon etwas robust sein, um sich jetzt noch zur Hundeschar zu begeben. Und dabei sind sie ja nur zu dritt!!!
Wir haben unsere Ausflüge erweitert, sind trotz der teilweise vorherrschenden Kälte länger draußen und auch wenn wir nach Hause kommen, stürmen die Welpen oft noch ab in den Garten um ihr Spiel
weiter auszudehnen. Sie haben alle drei einen unglaublichen Pelz, der jedoch nicht nur aus der kalten Jahreszeit resultiert, sondern den sie von ihrer Mama geerbt haben.
Aaron hat eine Vorliebe fürs Draußen schlafen entwickelt. Unsere Heizungen sind ja in der Regel durch einen Außenthermostat geregelt. D.h., je kälter es draußen wird, desto mehr heizt es drinnen auf. Da läuft Aaron – der die dickste Unterwolle hat, schon oft hechelnd durch die Wohnung. Dann ein beherzter Sprung durch die Katzenklappe und irgendwann suche ich ihn und finde ihn schlafend auf einer Decke draußen. In Eiseskälte, mitten in der Nacht. Aber er findet das toll!
Wir haben jetzt auch angefangen die Welpen an die Leine zu gewöhnen. Es ist mühsam und wir wollen den neuen Besitzern ja auch nicht alle Arbeit abnehmen, aber diesen ersten großen Widerwillen gegen die etwas beschränkte Freiheit wollen wir nehmen.
Wichtig dabei ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Sie sollten nicht zu wild, aber auch noch nicht zu müde sein. Der Welpe sollte keinen Zug auf dem Halsband spüren. Im Regelfall merkt er noch nicht einmal, daß er an der Leine geht – dann ist es gut.
Wie gesagt haben wir in diesen Tagen viel Besuch. Wir haben geklärt, welcher Welpe in welches Heim geht, die künftigen Besitzer können sich bei ihren Besuchen nun exclusiver um “ihren” Welpen kümmern. Die Prägephase nähert sich langsam dem Ende.
Welpenentwicklung A-Wurf -
8. Woche (Sozialisierungsphase):
10.01. – 16.01.2006
Es gibt nichts Schöneres als den Welpen bei ihren wilden Spielen zuzusehen.
Sie bei der Kommunikation zu beobachten, beim Schlichten und beim Gewinnen
und Dominieren. Beim Herumrasen im verschneiten Garten, beim Wühlen im Schnee, um dann mit ihren weißen Näschen wieder aufmerksam umher zu schauen. Diese Bilder kann keine Kamera der Welt einfangen, man muß es einfach live erlebt haben!
Dennoch gibt es auch von dieser Woche eine schier unermeßliche Flut von Fotos – man möge es mir verzeihen – aber sind die Fotos erst mal im Kasten, bringe ich es nicht über mich, die fast Doppelten oder etwas weniger Gelungenen zu löschen.
In dieser Woche nun sind wir täglich draußen, in wechselnder Umgebung.
Im freien Gelände sind sie atemberaubend schnell unterwegs. Sie klettern über Äste, kriechen unter Baumstämmen hindurch und erobern die z.Zt. zahlreich herumliegenden Baumstümpfe. Bei ihren Rasereien durch den Wald ist es mir oft Angst und Bang, sie könnten an einem Ast hängenbleiben und sich etwas brechen. Leider sind sie noch nicht in der Lage, Entfernen und Höhen oder Tiefen richtig einzuschätzen. Sie nehmen einfach jedes Hindernis, wie es gerade in den Weg kommt. Entweder sie können es bewältigen, oder sie scheitern daran – zumindest im hohen Tempo.
Wir haben auch damit angefangen die Welpen an der Leine zu führen und setzen sie täglich neuen oder auch gleichbleibenden Geräuschquellen aus.
Der Welpengarten wurde nochmals umgestaltet und jede Veränderung
wird von den Welpen sofort stürmisch erobert.
Alle drei sind Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen. Auch fremde Menschen werden überaus stürmisch und freundlich begrüßt, geküßt und bespielt, daß es manchmal schon zuviel ist.
Ab und zu war nun schon Hundebesuch bei uns. Hier zeigen sich die Welpen äußerst vorsichtig und zeigen bei Annäherung an den Fremdling sofort die Unterwerfungsgeste. Wildes Anspielen von erwachsenen Hunden mögen sie dagegen nicht und reagieren entsprechend ängstlich.
Nachts gilt die Regel: ab in den eigentlichen Welpenauslauf! Da sie tagsüber ausschließlich in Wohnzimmer und Garten sind, empfinden sie den vergleichsweise kleineren Welpenauslauf und vor allem das Verschließen der Tür als Zumutung und protestieren laut dagegen. Inzwischen habe ich ein
entsprechendes Verwöhn-Programm eingeführt: ich bleibe so lange bei ihnen, bis sie ruhig sind und einschlafen. Das kann ich genießen, denn nach wie vor liegt eine kuschelige Matratze vor der Wurfkiste und wir schneckeln gerne alle zusammen. Wenn dann einer auf meinem Hals liegt, einer vor
dem Bauch und einer an den Füßen, mag ich gar nicht mehr aufstehen und in mein Bett gehen.
Es bleibt also spannend und – was mich selbst immer wieder wundert – es gibt doch immer wieder Neues und Spannendes zu entdecken und beobachten.
Welpenentwicklung A-Wurf -
9. Woche (Sozialisierungsphase):
17.01. – 23.01.2006
Wieder liegt eine ereignisreiche, schöne Woche hinter uns. Die morgendliche Begrüßung unserer Kinder gilt zuerst den Welpen. Ebenso beim Heimkommen von der Schule gibt es erst ein Welpen-Hallo! Aber, etwas hat sich gewandelt: die Welpen sind jetzt so stürmisch, daß es öfter einmal eine zerkratzte Wange und Tränen gibt. Man muß sich den Zeitpunkt gut wählen, an dem man sich zwischen die Hundekinder setzt. Sind sie gerade in einer wilden Spielphase, ist es besser, man hält sich etwas erhöht, um empfindliche Körperteile zu schützen. Diese Erfahrung müssen gerade die Kinder im Moment erleben.
Die täglichen Ausflüge mit Bassias Welpen sind uns schon zur lieben Gewohnheit geworden. Immer am frühen Abend geht es ab in die Hundebox und nach einer kurzen Fahrt folgt ein überaus anregender Ausflug in Wald und Flur. Die Bewegungen der Hundekinder werden immer kontrollierter. Sie springen über kleine Hindernisse, ducken sich während des Laufs um ein Hindernis zu unterlaufen. Ab und zu muß ein kleiner Bach durchquert werden und alle drei haben keinerlei Scheu vor dem Wasser. Bedingt durch die kalte Jahreszeit haben wir uns zur Wassergewöhnung etwas einfallen lassen: wir sind mit den Hundekindern unter die Dusche gegangen. Auf den Fotos kann man es vielleicht erkennen: wir haben die Dusche angemacht und
Leckerchen in den Wasserstrahl geworfen. Als sie es gemerkt haben, war kein Halten mehr. Sie sahen danach wirklich lustig aus – mit ihren plattgedrückten Frisuren. Wir haben sehr gelacht!
Ein weiteres Ereignis diese Woche – allerdings eher unangenehm für die Welpen – war der Besuch unseres Tierarztes. Die Welpen haben ihre erste Impfung und das Transponder-Implantat erhalten. Eigentlich haben es alle gut überstanden. Auf meinem Schoß durften sie am großen Käsestück
knabbern und haben höchstens einmal kurz aufgequietscht, als die dicke Transponder-Spritze gesetzt wurde. Dann war der Käse wieder wichtiger. Bei Alex hat es wohl ein wenig mehr gezwackt, er wäre mir fast mit einem Riesensatz vom Arm gesprungen. Aber auch er hat es schließlich gut
überstanden und inzwischen ist alles wieder vergessen.
Die Welpen sind nach wie vor den ganzen Tag in unserem Wohnzimmer. Hier bieten wir Ihnen div. Spielmöglichkeiten an. Im Garten können sie sich wirklich austoben, was sie auch immer wieder selbständig tun. Zum Schlafen kommen sie in der Regel wieder ins Wohnzimmer. Ab und zu legen sie sich auch draußen auf eine Decke.
Jeden Tag gibt es eine kleine Runde Leine laufen. Vorbei am Verkehrslärm der Hauptstraße, über Gitter am Wegrand geführt und auch schon das eine oder andere Sitz. Mit nur drei Welpen ist das alles machbar.
Am Aussehen der Welpen hat sich einerseits die Größe verändert, andererseits treten die Gesichtsformen immer deutlicher hervor. Die Ohren rücken mehr nach oben und die Augenfarbe verändert sich in Richtung braun.
Welpenentwicklung A-Wurf -
10. Woche (Sozialisierungsphase):
24. – 31.01.2006
Inmitten unserer Hundemeute konnten wir noch einmal eine letzte wunderschöne gemeinsame Woche verbringen. Wir hatten wieder viel Spaß mit unseren “Drillingen” und haben sie – jeden auf seine ganz eigene Art – in vollen Zügen genossen. Unsere letzte gemeinsame Unternehmung war der Besuch einer Welpenspielstunde. Unsere Dreierbande verhielt sich rassetypisch sehr zurückhaltend. Hierfür haben wir ihnen auch die entsprechende Rückzugsmöglichkeit mit einem kleinen Extra-Zaun gegeben. So in Sicherheit konnten sie den ersten Fremd-Hund-Kontakt mit Abstand und Sicherheit beäugen. Den anschließenden Parcour-Teil an der Leine haben sie natürlich mit Bravour gemeistert – schließlich hatten sie so einen Parcour ja jeden Tag im eigenen Garten.
Wir haben während unserer ganzen Welpenphase, beginnend mit dem Deckakt, der Geburt und des Aufwachsens, eine Menge an Erfahrung gesammelt – dennoch sind wir noch ganz am Anfang mit unserem Wissen.
Erst die letzte Woche hat den Character der einzelnen Welpen ganz deutlich gezeigt – eigentlich ein Hinweis, dass die Auswahl der Welpen in einer früheren Phase vielleicht zu voreilig ist. Andererseits zeigen sich die Welpen gerade im Rudel auch wieder anders, als sie es dann als Einzelhund tun. Wir werden sehen – mit Spannung werden wir verfolgen, wie sich unsere drei entwickeln – wie sie sich schließlich zum Berger des Pyrénées à FaceRase
mausern. Wie sich die Gliedmaßen formen, die Nase länger und der Schädel breiter wird, die Ohren an die richtige Stelle rutschen und schließlich zum begehrten Steh-Kipp-Ohr werden. Letztendlich, ob wir unser Zuchtziel erreicht haben, das wir uns in Zusammenarbeit mit unserem Rasseclub gesteckt haben. Das ist nun für unsere weitere Zuchtplanung von großer Bedeutung. Unsere verantwortungsbewußten Welpenkäufer stellen ihren Hund mit 12 – 14 Monaten bei einer Zuchtzulassungsprüfung vor. Dort wird er dann in allen Einzelheiten geprüft und vermessen. Bedingung hierzu ist vorab die Röntgenuntersuchung auf HD, sowie die Entnahme einer umfangreichen Blutprobe für die DNA-Blutprobenbank. Denn je mehr Hunde einer Rasse auf diese Art und Weise erfaßt werden, umso mehr können die Züchter auf diese Daten bei der Zuchtplanung zurückgreifen.
Aber ganz unabhängig von dieser Bürokratie können jetzt schon zwei unserer Hundekinder ihr neues Zuhause genießen, sich an ihre neuen Besitzer gewöhnen und viel erleben. Jetzt ist die Phase erreicht, in der die jungen Hunde alles Erlebte geradezu in sich aufsaugen. Die Besitzer müssen bemüht sein, daß diese Erlebnisse rein positiver Natur sind – eben auch unangenehme Reize können durch gewisse Ablenkung positiv dargestellt werden. Dann ist da noch die Sauberkeitserziehung und natürlich viel viel Bindungsarbeit.
Und kleine Gehorsamsübungen stehen auch schon auf dem Programm.
Nicht zuletzt – sondern am allerwichtigsten – muß dem jungen Berger auf behutsame aber konsequente Art und Weise gezeigt werden, wer Chef des neuen Rudels ist.
Für die neuen Besitzer ist also einiges zu tun – schließlich soll es ihnen ja nicht langweilig werden.
Wir genießen unterdessen unseren Alex, der uns in einigen Tagen dann auch verlassen wird. Von Aaron (genannt Filou) und Abbey haben wir bisher nur Positives gehört. Sie haben die neue Situation jeweils gut angenommen und fangen an, sich in ihre neue Umgebung einzugewöhnen.
Wir freuen uns schon, auf die nächsten Telefonanrufe oder mails…
Mit dem Ende dieser 10. Lebenswoche unserer drei A-Wurf-Welpen Aaron, Alex und Abbey wollen wir die Berichterstattung beenden.
Für alle interessierten Leser gilt nun:
vielleicht zur selben Zeit im nächsten Jahr wieder einmal hereinzuschauen auf unsere Homepage, dann nämlich gibt es vom B-Wurf “de l’amie à FaceRase” zu berichten….



